Die Gruppe Bad Münder des Heimatbundes Niedersachsen e. V. unterhält oberhalb von Nettelrede in der Gemarkung Bad Münder zwei Süntel-Buchen Arboreten, das Arboretum "Steinriepen" und das Arboretum "Hexenholz".
Um die Süntel-Buche als faszinierende regionale Besonderheit langfristig zu erhalten, ist vor über 25 Jahren auf Betreiben von Gottfried Kastl und Udo Mierau ein Arboretum angelegt worden. Die rund 11 000 qm große Fläche befindet sich rund 30 km südwestlich von Hannover - zwischen Deister und Süntel oberhalb der Ortschaften, Nettelrede und Luttringhausen.
Die Aufzucht der Buchen war ein schwieriges Unterfangen, denn es kam in der Anfangszeit oft zu Ausfällen. Es wurden dort ca. 1000 Setzlinge ausgebracht, von denen 96 übrig geblieben sind.
Heute ist der Bestand zwar annähernd stabil, kann aber keinesfalls sich selbst überlassen werden. Außer allgemeinen Pflegemaßnahmen ist es notwendig, in den Unterwuchs regulierend einzugreifen. Nur so gelingt es, die sehr langsam wachsenden Süntel-Buchen gezielt zu fördern.
Neben diesen pflegenden Eingriffen werden weitere Jungbäume nachgepflanzt. Fehlendes Erbgut bisher nicht berücksichtigter Mutterbäume werden in das Arboretum eingebracht.
Im Jahr 2008 wurden die Buchen kartiert und im Gelände eingemessen.
Dank zahlreicher Spenden konnte die Gruppe Bad Münder im Heimatbund Niedersachsen 2010 das Areal käuflich erwerben. Damit ist langfristig der Erhalt des Genpools der Süntel-Buchen der Region sichergestellt.
Vielen Dank daher an die vielen Spender und Helfer! Ohne die Geldspenden und den unermüdlichen Arbeitseinsatz der Mitglieder des Freundeskreises wären wir heute nicht so weit!
Auf einem Privatgelände im Ortsteil Hamelspringe war ein Pflanzgarten eingerichtet worden. In ihm wurden etwa 600 Sämlinge von 25 verschiedenen Mutterbäumen aufgezogen und sollen in den nächsten Jahren an verschiedenen Standorten im Deister-Sünteltal einzeln oder in Gruppen gepflanzt werden.
Nach Zukauf eines weiteren Areals in unmittelbarer Nähe des Arboretums "Steinriepen" werden die Pflänzlinge dort in genetischer Vielfalt bestandartig aufwachsen können. Dieses Gelände ist zum Arboretum "Hexenholz" ausgebaut worden.
Der Erwerb des Geländes wurde ermöglicht durch die großzügige finanzielle Zuwendung der BINGO-Umweltstiftung, der Calenberg Grubenhagenschen Landschaft, der Stiftung Hameln-Pyrmont der Sparkasse Weserbergland, Privatspenden und der Unterstützung des Heimatbundes Niedersachsen e.V..
Im Arboretum "Steinriepen" stehen aus Samen gezogene, gepfropfte Süntel-Buchen, sowie auch Süntel-Blutbuchen.
Bei der Süntel-Buche (Fagus sylvatica f. suntalensis) handelt es sich um eine seltene Mutation der Rotbuche. Kennzeichen dieser Bäume sind ein meist kurzer, drehwüchsiger Stamm und zickzackförmig gewachsene Äste. Die Krone ist dement sprechend flach und glockenförmig aus geprägt.
Im Jahr 2008 wurden die Buchen kartiert und ins Gelände eingemessen.
Bis 2004 betreute Udo Mierau das Arboretum, seit 2005 liegt die Betreuung wieder in den Händen der Gruppe Bad Münder des Heimatbundes Niedersachsen e.V.
2010 sind wir bezüglich der wissenschaftlichen Begleitung des Süntel-Buchen-Arboretums erfolgreich gewesen. Eine Diplomarbeit einer Studentin der Leibnitz Universität Hannover im Institut für Umweltplanung in der Abteilung Landschaftspflege und Naturschutz wurde über das Arboretum geschrieben. Das Hauptziel der Arbeit sollte eine langfristige Sicherung des Arboretums und sein Bestand an Süntel-Buchen sein, wobei die Sicherung des Bestandes an Süntel-Buchen im Vordergrund stand. Dabei mussten die Probleme, die sich durch die hohe Ausfallquote der Süntel-Buche ergeben und die darauf abgestimmten Pflegemaßnahmen analysiert werden. In ihrer Arbeit wurden folgende Fragen bearbeitet:
1. Wie ist der jetzige Zustand der Süntel-Buchen?
2. Welche Faktoren stören die Vitalität der Buchen?
3. Welche Maßnahmen müssen zum Erhalt der Buchen getroffen werden?
4. Wie sind die Maßnahmen durchzuführen?
So wurde ein umfangreiches Kataster über jede Süntel-Buche und die sich daraus ergebenen Pflegemaßnahmen erstellt.
Um die Pflege und den Unterhalt des Arboretums auf eine breite Basis zu stellen, wurde ein Freundeskreis Süntel-Buchen gegründet.
Mehr Informationen finden Sie unter www.suentelbuche.info und www.suentelbuchen.de
Öffnungszeiten:
Das Arboretum "Steinriepen" ist jedes Jahr zum Deistertag im Mai für Besucher geöffnet.
Führungen können außerhalb der Öffnungszeiten vereinbart werden:
05042 3249 (Herr Meier)
05042 6985 (Herr Rothe)
Unsere wissenschaftlichen Partner:
Prof: Dr. Traud Winkelmann: Institut für Pflanzen- und Gehölzvermehrung in Hannover
Prof. Dr. Michael Rode: Institut für Umweltplanung der Universität Hannover
Dipl. Ing. Volker Meng: Forstbotanischer Garten in Göttingen
Fachkräfte:
Dr. rer.nat. Sebastian Dittrich, Tharandt - Professur für Biodiversität und Naturschutz
TU Dresden - FR Forstwissenschaften
Dipl. Forstwirt Ulrich Marx , Holenberg, NS
Gisela und Gerhard Dönig, Erlangen/Fagetum Altdorf
Projektbezogene wissenschaftliche Arbeiten:
Christine Hagedorn: Schutz und Entwicklung des Süntelbuchenresevates am „Steinriepen“. Diplomarbeit an der Leibnitz-Universität Hannover 2010
Lisa Bonhagen: Untersuchungen zur In-vitro-Vermehrung und genetischen Diversität von Süntel-Buchen (Fagus sylvatica var. Tortuosa). Bachelor-Arbeit an der Leibnitz-Universität Hannover 2012
Hanna Böpple: Untersuchungen zum Etablierungszeitpunkt In-vitro und zur genetischen Diversität der Süntelbuche (Fagus sylvatica var. Tortuosa)
Freundeskreis Süntel-Buchen
Der Freundeskreis ist lose an die Gruppe des Heimatbundes angegliedert und kümmert sich um alle Pflegemaßnahmen im Arboretum und um die Nachzucht der Bäume. Hierbei wird auch mit örtlichen Naturschutz- und Jugendverbänden, wie der Waldjugend Bad Münder zusammengearbeitet. Das Projekt Süntel-Buchen Erhaltung steht also auf breiten Schultern und wird von Jung und Alt getragen.
Ebenso wichtig wie persönliches Engagement ist die finanzielle Unterstützung unseres Naturschutzprojektes. Ihre Hilfe ist für das Projekt unverzichtbar! Durch Spenden konnten wir das Areal erwerben. Nun gilt es sich weiter für den Erhalt der Süntel-Buche zu engagieren. Jeder Euro aber auch jede helfende Hand ist gefragt.
Ihre Ansprechpartner für den Freundeskreis zur Erhaltung der Süntel-Buche sind:
Friedrich Kunrich
E-Mail: info@museum-badmuender.de
Tel: 05042/52686
Michael Meier
E-Mail: meier-boebber@web.de
Tel: 05042/32 49
Bankverbindung Heimatbund Niedersachsen e. V.
Ortsgruppe Bad Münder
Volksbank Hameln-Stadthagen
IBAN: DE92 2546 2160 1250 7610 06
BIC: GENODEF1HMP
Verwendungszweck: Freundeskreis Süntel-Buchen
Bei einer Spende bis 200,00 € gilt seit 2007 der Einzahlungsbeleg oder Überweisungsbeleg als Quittung für das Finanzamt. Darüber hinaus stellen wir Ihnen bei Angabe Ihres Namens und Ihrer Adresse eine Spendenbescheinigung aus.
Weitere Informationen auch auf der Seite www.suentelbuche.info
Freundeskreis Süntel – Buchen Leitbild
Über uns:
Mitglieder des Freundeskreises Süntel-Buchen (FS-B) sind fasziniert von der einzigartig-bizarren Wuchsform der Süntelbuche
(Fagus sylvatica var. suentelensis), einer seltenen Mutation der Rotbuche (Fagus sylvatica).
Sie sind überzeugt von der Notwendigkeit diese bedrohte Rarität in der Deister-Süntel-Region zu schützen und durch Pflegemaßnahmen
ihren Fortbestand zu sichern.
Der FS-B ist der Ortsgruppe Bad Münder des Heimatbundes Niedersachsen e.V. angegliedert.
Ein rund 1,1 ha großes Arboretum, das von dem FS-B unterhalten wird, liegt in der Trägerschaft dieser Ortsgruppe.
Es befindet sich am Südhang des Deisters oberhalb der Ortschaft Nettelrede in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kernstadt Bad Münder am Deister.
Leitlinien unserer Arbeit:
Arterhaltung
- Dokumentation noch existenter, regionaler Süntel-Buchen-Linien und Einbringung ins Arboretum
- Aufbau eines möglichst vollständigen Genarchivs regionaler Süntel-Buchen
- Rettung absterbender Exemplare durch vegetative Vermehrungsmethoden
- generative Vermehrung „reiner“ Süntel-Buchen in möglichst großer Diversität
- Pflege und langfristige Entwicklung des derzeitigen Bestandes
- Unterhalt eines Pflanzgartens für die dokumentierte Nachzucht alter Mutterbäume
Wissenschaftliche Betreuung
- Kontakte zu Forschungseinrichtungen und Experten (Universitäten, Forstbetriebe) pflegen, koordinieren und ausbauen
- tradiertes Wissen explorieren, sichern und nutzbar machen (Privatarchive)
- das Arboretum kontinuierlich und fachgerecht weiterentwickeln*)
- Erfahrungen und Arbeitsergebnisse über Publikationen bekannt machen und mit Interessengruppen austauschen
Bewusstseins- und Umweltbildung
- die Süntel-Buche als prominentes, attraktives Beispiel für regional seltene Pflanzen bewusst machen
- am Beispiel der Süntel-Buche ein biologisches und ökologisches Verständnis für Bäume und Sträucher vermitteln, sowie Bewusstsein
für Artenschutz und Arterhaltung entwickeln
- die Süntel-Buche als Beispiel für nicht-profitorientierte, utilitaristische Bewahrung von Biodiversität herausstellen
- Jugendliche und Erwachsene an praktische Arterhaltungsmaßnahmen und Arboretumspflege heranführen und einbeziehen
(Naturschutz- und Jugendverbände)
- das Arboretum langfristig als attraktive, öffentliche Informations- und Schaufläche gestalten
- regelmäßige Veranstaltungen im Arboretum („Offenes Arboretum“, Führungen, Integration regionalen Brauchtums) organisieren
- aktive Medienarbeit (regelmäßige Infos, Zustands- und Tätigkeitsberichte) betreiben
Heimatkunde und Identitätsstiftung
- Süntel-Buchen als - dendrologische Besonderheit und regionales „Markenzeichen“ herausstellen
- als positives Beispiel für Bewusstseins- und Wertewandel (vom Teufelsholz zur geliebten Kuriosität) bekannt machen
- mit der Heimatgeschichte verknüpfen(v. Münchhausen u.v.a.)
Guidelines of the CS-B
About us:
Members of the CS-B are fascinated by the unique bizarre growth structure of the “Süntel-Beech” (Fagus sylvatica f. suentelensis), a rare mutation of the copper beech (Fagus sylvatica).
They are convinced by the necessity to protect this threatened rarity in the Deister-Süntel-Region and to secure its continuity with the help of protective measures .
The CS-B is affiliated to the Location Group Bad Münder from the Regional Trust of Lower Saxony (Heimatbund Niedersachsen e. V.).
The Location Group is the funding body of the reservation (arboretum) which is approx. 1.1 hectares in size.
It is situated on the south hillside of the Deister above the village Nettelrede in close proximity to the town of Bad Münder.
Guidelines of our activities:
Species conservation
Documentation of still existing, regional Süntel-Beech-Family lines and integration into the reservation.
Establishment of a preferably complete gene archive of regional Süntel-Beeches.
Rescue individual specimens threatened by extinction with the help of vegetative reproduction methods.
Generative reproduction of the “pure” Süntel-Beeches in a preferably high diversity.
Maintenance and long-term development of the current established population.
Keeping of a cultivation nursery with seedlings for the documented propagation of existing trees.
Scientific care and supervision
Maintain, coordinate and enhance contacts with research institutes and experts (universities, forest holdings).
Explore traditional knowledge, document it and make it accessible (private archive).
Further develop the reservation continuously and professionally. *
Share experience and results via publications and exchange with interest group.
Generation of public and environmental awareness
Raise awareness about the Süntel-Beech as an attractive, prominent example of regional rare fauna.
Generate a biological and ecological understanding for trees and bushes using the Süntel-Beech as an example, as well as developing awareness for species preservation and conservation.
Present the Süntel-Beech as an example for non-profit, non- utilitarian conservation of bio diversity.
Introduce and integrate young and old to practical species conservation measures and reservation maintenance (nature conservation organisation and youth organisation).
Design the reservation as an attractive, public information and demonstration area in the longer term.
Organising regularly events in the reservation (“open reservation”, tours, integration of regional traditions).
Pursue active media relations (regular information, status and activity reports)
Local history and identity building
Present Süntel-Beeches as a dendrological particularity and regional “brand mark”.
Make the Süntel-Beeches known as a positive example for an awareness and value shift (from “evil wood” to a beloved curiosity).
Connect the Süntel-Beeches with the local history (from Münchhausen and others)
*The CS-B is currently trying to acquire a 1.8 hectare area where the descendents of roughly 25 different
trees can grow as in a forest.